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Warum haben CONCEPT-Treiber kein Sanft-Ausschaltverhalten nach einem Kurzschluss?


Unter verschiedenen Bezeichnungen ("two-stage turn-off", "soft-switch-off", "slow turn off") sind Treiberschaltungen bekannt, die im "Normalbetrieb" zum Ausschalten des IGBTs einem niederohmigen Gatewiderstand verwenden, um die Schaltverluste gering zu halten und einen hochohmigen Widerstand, wenn ein Kurzschluss oder Überstrom detektiert wird. 

In der sicheren Erkennung dieser Zustände liegt jedoch das Problem begraben: Eine VCE-Überwachung hat immer eine Zeitverzögerung (hier "Ansprechzeit" genannt), die benötigt wird, bis ein Fehler erkannt wird. Diese Zeit ist in der Regel gegen 10us gross. Wenn nun ein Kurzschluss vorliegt und die IGBTs mit einem Puls angesteuert werden, welcher kürzer ist als die Ansprechzeit, wird der Fehler nicht erkannt und die Schaltung schaltet zu schnell aus. Der IGBT stirbt dann den Überspannungstod. Weiterhin ist auch die Abdeckung von Grenzfällen (zwischen Überstrom/nicht Überstrom) problematisch. 

Generell müssen solche Schaltungen als gefährlich gewertet werden und kommen deshalb in CONCEPT-Produkten nicht zum Einsatz.

CONCEPT empfiehlt möglichst niederinduktive Aufbauten und eine "worst-case"-Dimensionierung der Leistungsteile, bei der die Gatewiderstände so gewählt werden, dass Überströme und Kurzschlüsse bei jedem Ausschalten und maximaler Zwischenkreisspannung sicher beherrscht werden.

Für Hochleistungsanwendungen hat CONCEPT die SCALE Plug-and-play Treiberfamilien mit "active clamping"-Funktion entwickelt, welches zwar eine aufwendigere, dafür aber bessere und sicherere Lösung darstellt, als der oben beschriebene "slow turn off" Ansatz. 



 
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